Forschung

Identifikation pathogener Mutationen

Es wurden bislang krankheitsverursachende Mutationen in elf Genen der GPI-Ankersynthese identifiziert. Dennoch kann aktuell noch bei circa der Hälfte der Verdachtsfälle für GPI-Ankerstörungen noch keine molekulare Ursache gefunden werden. Wir setzen moderne Sequenzierverfahren (next-generation sequencing) und statistische Analysemethoden ein, um weitere noch unbekannte Krankheitsgene zu identifizieren. Die bioinformatischen Algorithmen, die wir im Zusammenhang mit unserer Forschungsarbeit entwickeln, sowie eine Sammlung vermutlich pathogener Sequenzvarianten stellen wir auf der Plattform Öffnet externen Link im aktuellen FensterGeneTalk zur Verfügung.

Charakterisierung von GPI-Ankerstörungen

Obwohl eine Vielzahl von GPI-verankerten Proteinen (GPI-APs) bekannt sind, hat man bislang nur für wenige dieser Substrate, wie z.B. CD59, CD55 und alkalische Phosphatase, untersucht, wie sich GPI-Ankerstörungen auf ihre Expression und Funktion auswirken. Wie bedeutsam die Kenntnis spezifischer GPI-AP Funktionsverluste für die Entwicklung von Therapien ist, zeigt exemplarisch der Antikörper Eculizumab. Bei Patienten, bei denen aufgrund einer PIGA Nullmutation PNH entsteht, kann der Komplementinhibitor Eculizumab effektiv den Ausfall der Komplementschutzfaktoren CD59 und CD55 kompensieren.

Wir setzen Verfahren der Hochdurchsatz Proteinanalyse und Durchflusszytometrie ein, um für eine Vielzahl pathogener Mutationen quantitativ aussagekräftige Daten zu erheben. Wir wollen so in unterschiedlichen Zelltypen, insbesondere auch in Neuronen, die GPI-APs identifizieren, deren Beeinträchtigung durch GPI-Ankerstörungen pathophysiologisch von Bedeutung sein könnten. 

Um insbesondere die Entstehung der neurologischen Symptome besser zu verstehen, wollen wir auch Mausmodelle mit gewebespezifischen GPI-Ankerdefekten untersuchen und Tiere erzeugen, die die bekannten humanen Mutationen tragen. Wir erhoffen uns dadurch ein tiefergehendes, funktionelles Verständnis von GPI-Anker Störungen zu gewinnen und die Grundlagen für die Entwicklung und Testung neuer Behandlungsmethoden legen zu können.

Publikationen

Wissenschaftliche Arbeiten unserer Forschungsgruppe finden Sie Öffnet externen Link im aktuellen Fensterhier.

weitere Arbeitsgruppen

Da es sich bei den GPI-Ankerstörungen um eine sehr seltene Erkrankung handelt gibt es nur einige wenige Forschungsgruppen, die auf diesem Gebiet arbeiten. Informationen zu IGDs einer sehr renommierten japanischen Arbeitsgruppe finden Sie hier

Forschungsdatenbank

Für mehr Details nutzen Sie bitte auch die Öffnet externen Link im aktuellen FensterForschungsdatenbank der Charité.