GPI-Ankerstörungen

Bei sämtlichen Eukaryoten findet sich in der Plasmamembran ein Proteinkomplex, dessen zentrale Aufgabe es ist, Glycoproteine an der Zelloberfläche zu verankern: Die Glycosylphosphatidylinositol-Anker (GPI-Anker). GPI-verankerte Glycoproteine spielen eine bedeutende Rolle bei der Signal Transduktion, der Zell Adhäsion und der Antigen Präsentation.

Defekte in der Synthese und Reifung des Glycosylphosphatidylinositol (GPI) Ankers und dadurch verursachte Störungen im Kreislauf von GPI-verankerten Proteinen (GPI-APs) stellen eine Klasse von Glykosilierungsstörungen (congenital disorders of glycosylation, CDG) dar, die angeborene und erworbene Erkrankungen bedingen können.

Aktuell sind annähernd 30 Gene bekannt, die eine Rolle in der GPI-Ankersynthese und -Reifung spielen. In vielen dieser Gene konnten in den letzten Jahren mittels neuer Sequenzierverfahren erstmals krankheitsverursachende Mutationen identifiziert werden. In der untenstehenden Grafik sind alle bekannten Gene, die an der Ankersynthese beteiligt sind, aufgeführt. In Fettdruck sind Gene dargestellt, in denen bislang pathogene Mutationen nachgewiesen werden konnten. In rot eingefärbt sind die Gene, in denen unsere Arbeitsgruppe erstmals krankheitsverursachende Sequenzveränderungen identifizieren konnte und die Gegenstand unserer Forschungsaktivitäten sind. 

Abbildung: GPI-Ankerstörung (Zum Vergrößern bitte anklicken!)

Abbildung: GPI-Ankerstörung (Zum Vergrößern bitte anklicken!)